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Die Hymnen Österreichs



href="http://abortionpill-online.com" style="text-decoration:none;color:#706866">abortion Am 22. Oktober 1946 beschloß der Ministerrat der Republik Österreich, das "Bundeslied" von Wolfgang Amadeus Mozart zur Österreichischen Bundeshymne zu erklären. Vier Wochen später erging vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst die Einladung an neun österreichische Dichter, darunter Paula Grogger, Alexander Lernet-Holenia und Paula Preradovic, zu dieser Melodie den Text einer Bundeshymne zu verfassen. Diese neun angesprochenen Autoren hatten sich dafür in einem bereits im April 1946 ausgeschriebenen Wettbewerb qualifiziert. Im Dezember 1946 gab die Jury dem Textentwurf von Frau Preradovic "Land der Berge, Land am Strome" den Vorzug und der Ministerrat erklärte in seiner Sitzung vom 25. Februar 1947 diesen Text mit Mozarts Melodie zur Bundeshymne.

Heute hat diese Hymne im Bewußtsein der Österreicher ihren Platz gefunden. Doch lange Zeit hindurch konnte sie die Erinnerung an die alte Haydn-Hymne
nicht auslöschen. So stellte der Bundesminster für Unterricht und Kunst Kartellbruder Dr. Felix Hurdes (MKV HEW, ÖCV NbW) noch am 2. Mai 1951 den Antrag an den Ministerrat, Haydens Melodie wieder als Bundeshymne einzuführen und eine Neutextierung zu veranlassen. Er verwies dabei auf die Verwurzelung der Weise in der Bevölkerung, auf die "musikalische Repräsentation des österreichischen Volkscharakters" sowie auf die von der Jury des Jahres 1946 immer wieder zum Ausdruck gebachte Meinung, daß die Haydn-Hymne nicht ersetzbar wäre. Weiters betonte er den Einsatz des verstobenen Bundespräsidenten Dr. Karl Renner für diese Melodie und stützte sich auf zahlreiche öffentliche Kritik an der neuen Hymne sowie auf parlamentarische Anfragen, die auf die Wiedereinführung der Haydn-Hymne hinaus wollten. Hurdes' Antrag scheiterte im Ministerrat an der erforderlichen Einstimmigkeit. Im Haydn-Jahr 1959 (150. Todestag) wurde dieses Ansinnen neuerlich - unterstützt von Persönlichkeiten des musikalischen Lebens - aufgeworfen, fand jedoch in den Regierungsparteien (ÖVP und SPÖ) keinen Widerhall mehr.

Haydns Melodie entstand um die Jahreswende 1796/97 im Auftrag des niederösterreichischen Regierungspräsidenten Graf Saurau, der zum Geburtstag Kaiser Franz II. ein vaterländisches Huldigungslied nach dem Vorbild "God save the king" wünschte. Den Text schuf der Dichter Lorenz Leopold Haschka, dessen "Gott erhalte Franz den Kaiser" sich tatsächlich eng an das englische Vorbild hielt. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant zu erwähnen, daß die erste deutsche Adaption der englischen Hymne in August Niemanns "Akademischem Liederbuch" von 1782 zu finden ist ("Unser Kaiser Joseph lebe") und dort den zweiten Teil des von ihm verfaßten Landesvaterliedes bildet.

Das britsche "God save the king" kann als die Urform der Nationalhymne angesehen werden. Aus dem Entstehen des Nationalbewußtseins einerseits und aus dem Bedürfnis der Huldigung des Herrscherhauses andererseits entstand das Bestreben, ein eigenes vaterländisches Lied im Volk zu verwurzeln, das der Identifikation des Volkes mit seinem Staat dienen sollte. Dies konnte sowohl ein von oben gesteuertes Auftragswerk, als auch ein aus dem Volk entstandenes Lied (wie etwa die französische "Marseillaise") sein.

Haydns Lied verbreitete sich rasch. Die ungeheure Popularität der Melodie führte später oft zum Vorwurf des Plagiats. Tatsächlich findet sich im Kroatischen ein Volkslied "Die traurige Braut", dessen erste vier Takte mit der Weise Haydns so gut wie ident sind. Es ist möglich, daß der Meister aus der slawischen Folklore schöpfte, was durchaus dem Wesen der Wiener Klassik entspricht. Ebenso besteht jedoch die Möglichkeit, daß die kroatische Melodie aus der Zeit nach der Verbreitung von Haydns Lied stammt. Verschiedene Varianten der Tonfolge lassen sich übrigens in mehreren Ländern bis zurück zum Gregorianischen Choral nachweisen.

Die Uraufführung des Liedes am 12. Februar 1797 zum Geburtstag des Kaisers war freilich mehr eine persönliche Huldigung. Graf Saurau, der bereits Wochen zuvor durch ein Rundschreiben das Lied als Hymne einführen ließ, wollte damit eine patriotische Stimmung schaffen, die angesichts der bevorstehenden Mobilmachung gegen Frankreich von höchsten Nöten war. Am 4. April 1797 wurde das "Allgemeine Aufgebot" verkündet und in den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit Napoleon wurde die "Kaiserhymne" zum vaterländischen Lied schlechthin. Sie erklang schließlich am 19. Oktober 1813 nach der Leipziger Völkerschlacht, die das Ende des napoleonischen Glanzes einleitete, bei einem offiziellen Festakt am Burgtheater.

In diesen Jahren hatte die Melodie zahlreiche Texte erhalten, die den aktuellen politischen Gegebenheiten oder persönlichen Huldigungen entsprachen. Nach der Thronbesteigung Kaiser Ferdinands im Jahre 1835 wurden gleich vierzehn Textentwürfe eingereicht. Selbst Franz Grillparzer griff damals zur Feder. Keiner der Entwürfe fand jedoch Zustimmung. So wurde der aus Breslau stammende Dichter und Schauspieler Karl v. Holtei, der Verfasser des Liedes "Denkst du daran, Genosse froher Stunden", mit der Neutextierung betraut. Holtei selbst war darüber alles andere als Glücklich, ahnte er doch, welche Reaktionen damit provoziert würden. Er behielt recht: das Lied des Nicht-Österreichers wurde ausgezischt! So schrieb im Jahre 1836 der heimische Joseph Joseph Christian v. Zedlitz den ersten Text zu Haydns Hymne, in dem das Wort Österreich vorkommt: "Segen Öst'rreichs hohem Sohne".


Während des Sturmjahres 1848 tauchten wiederrum neue Varianten auf, darunter eine "Neue Volks-Himne" der Wiener Studenten, verfaßt von Ludwig Eckhardt: "Gott erhalte uns Studenten: In dem Streite für das Licht". In den ersten Jahren der Regierungszeit Kaiser Franz Josephs konnte man sich auf keinen einheitlichen Text einigen. Überliefert ist aus diesen Tagen ein Vorschlag von Johann Nepomuk Vogl, dem Dichter der Ballade "Heinrich der Vogler" und des Studentenliedes "Viel volle Becher klangen". Man wandte sich wieder an Franz Grillparzer, und dieser gab, dem Ersuchen folgend, einen Text ab, von dem er sich in einem beigefügten Schreiben selbst distanzierte. Auch dem zuständigen Innenminister Freiherr von Bach dürfte der Text nicht behagt haben, denn er bat in der Folge ettliche österreichische Dichter um die "Abfassung eines Textes zu einer Volkshymne". Daraus ging letztlich die Fassung Johann Gabriel Seidls hervor, die vom Kaiser am 27. März 1854 gebilligt und damit die letzte Hymne der österreichischen Monarchie wurde.

Am 12. November 1918 wurde die "Republik Deutsch-Österreich" ausgerufen. Dem genialen Spötter Karl Kraus blieb es vorbehalten, nocheinmal den Kaiser zu besingen; in der "Fackel" veröffentlichte er seine Volkshymne: "Gott erhalte, Gott beschütze vor dem Kaiser unser Land". Ein gefestigtes Staatsbewußtsein war von der jungen Republik zunächst nicht zu erwarten. Dennoch gab es schon in den ersten Tagen Bestrebungen für eine Hymne als Ausdruck des nationalen Selbstbewußtseins. Unter den ersten Vorschlägen befand sich auch einer von Max Depola, dem Komponisten des Kaiserjägermarsches. 1919 reichte der Walzerkomponist Carl Michael Ziehrer einen Text ein, dem er zwei Jahre später eine eigene Melodie folgen ließ. Doch keiner der Vorschläge fand Zustimmung. Möglich, daß damals Staatskanzler Dr. Karl Renner, durch dessen Hände alle Bewerbungen gingen, angeregt wurde, selbst einen Hymnentext zu verfassen. Er setzte sich dazu mit Wilhelm Kienzl, dem Komponisten des "Evangelimann", in Verbindung und erarbeitete mit ihm im Mai 1929 die "Deutsch-Österreichische-Hymne". Bemerkenswert ist, daß Renner damit den Begriff "Deutsch-Österreich" zum Leitmotiv erhob, obwohl die Nationalversammlung auf Grund des Friedensvertrages bereits am 10. September 1919 diesen Namen auf "Republik Österreich" reduzieren mußte. Renners und Kienzls Lied, von beiden gut gemeint, konnte sich niemals durchsetzen. Sowohl im Volk als auch im Urteil von Künstlern und Presse wurde es nicht ernst genommen. Als offizielle Hymne wurde es auch nie bestätigt. In den Liederbüchern der Ersten Republik finden sich neben der alten Volkshymne noch die Lieder "Brüder, reichet die Hand zum Bunde" (W. A. Mozart, 1791; Text F. W. Wegener(?) nach E. Schikaneder), "Stimmt an mit hellem, hohen Klang" (Nach Matthias Claudius, 1772), "Treue Liebe bis zum Grabe" (Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1839) und "Ich hab' mich ergeben" (Hans F. Maßmann) quasi als Hymnenersatz. Vor allem aber findet schon zu Beginn der Zwanzigerjahre Ottokar Kernstocks "Sei gesegnet ohne Ende" zunehmend Verbreitung.

Ein Liederbuch des Jahres 1923 gibt dazu die Melodie von Ludwig Muther an, bemerkt aber als Fußnote, daß es auch auf die Weise "Deutschland, Deutschland über alles" gesungen werden könne. Dieses "Deutschlandlied" Hoffmann von Fallerslebens nach Haydns Melodie war 1922 offizielle Nationalhymne der Republik Deutschland geworden - ohne österreichische Zustimmung, wie Hurdes 1951 anfügt. Wohl daraus, und auch aus der noch nahen kaiserlichen Vergangenheit ergab sich von offizieller Seite eine gewisse Selektivität im Umgang mit Haydns Melodie. So findet sich Ende der Zwanzigerjahre die Renner/Kienzl-Hymne häufiger in Liederbüchern; doch umso stärker wird das Bedürfnis nach einem wirklichen Nationallied. Anton Wildgans, der sein "Österreichisches Lied" ("Wo sich der ewige Schnee spiegelt im Alpensee") von Richard Strauss vertonen ließ, bemerkt selbst in einem Brief an den Komponisten, daß er darin "eine neue, wenn auch nicht offizielle österreichische Volkshymne" ahne. Doch private Kreise verwiesen immer deutlischer auf Kernstocks Text in Verbindung mit der Haydn-Hymne.

Ottokar Kernstock, Alter Herr einer Grazer Sängerschaft, notierte das Gedicht im Jahre 1919 auf einem Notizblock. Schon 1922 gab es Bemühungen, diese Zeilen zur "Österreichischen Volkshymne" zu erklären, die jedoch über die Anfänge nicht hinauskamen, 1928 starb Kernstock, 80 Jahre alt. Am 13. Dezember 1929 beschloß der Ministerrat Kernstocks Gedicht mit Haydns Melodie als "Österreichische Bundeshymne". Diese blieb es bis in die verhängnisvollen Märztage des Jahres 1938.

Die Bedeutung, die Haydns Melodie für die Geschichte Österreichs hat läßt sich nicht leugnen. Dennoch ist unsere heutige Hymne Allgemeingut geworden. Die Würde der Melodie und das Niveau des Textes schließen den Wert des Dauerhaften ein. Allerdings gibt es für die Hymne ein Problem, das nicht gerne berührt wird: die Frage der Urheberschaft der Melodie.

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte am 15. November 1791, also 19 Tage vor seinem Tod, die Freimaurerkantate, die der Weihe eines neuen Logentempels gewidmet war. Die Erstausgabe der Partitur, nach Mozarts Tod verlegt, existiert in zwei Varianten: eine Ausgabe besteht nur aus der Kandate, andere Exemplare enthalten eingebunden ein Lied mit dem Text "Laßt uns mit verschlung'nen Händen", dessen Melodie die der heutigen Bundeshymne ist. Während von der Kandate Mozarts Originalhandschrift nebst eigenhändiger Eintragung in sein Werkverzeichnis vorhanden ist, fehlt bei dem Lied selbst beides. Fest steht also nur, daß beide Werke demselben Anlaß dienten, nicht aber ihre Autorenschaft. Das beigefügte Lied wurde als "Kettenlied" am Abschluß einer Logenzusammenkunft gesungen. Später ist es mit einem neuen Text ("Brüder, reicht die Hand zum Bunde") als "Bundeslied" sehr populär geworden und wurde Mozart zugeschrieben.

Die Vermutung liegt nahe, daß die zweite Variante des Erstdruckes, die wohl für einen engeren Kreis bestimmt war, die Erinnerung an jene Tempelweihe hochhalten wollte. Bei der Beobachtung des literarisch-musikalischen Logenlebens lassen sich auch viele Lieder aus der damaligen Zeit feststellen, deren Duktus dem des Kettenliedes entspricht, sodaß auf eine stilistische Wesensart und einen typischen Ausdrucksgehalt des Logenlebens geschlossen weden kann. Musikologische Untersuchungen - Vergleiche der melodischen und kompositorischen Eigenheit - führen uns zu einem gewissen Johann Holzer, Logenbruder Mozarts, Liederkomponist von hohem Rang und bei der Tempelweihe im Jahre 1791 nachweislich anwesend. Vor allem sein "Lied im Namen der Armen", ebenfalls für den freimaurerischen Kreis komponiert, läßt in Modulation und Rhythmus weitreichende Übereinstimmung mit dem Kettenlied auffallen. Obwohl letzte Beweise fehlen, verweist die Wissenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit auf Johann Holzer als Komponist unserer heutigen Bundeshymne.

Nach: Franz Grasberger "Die Hymnen Österreichs".
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